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8. August 2022

Eigener Onlineshop schlägt Amazon

TextilWirtschaft

Studie zum E-Commerce-Business der Bekleidungsindustrie

In einer eigenen Studie hat die TextilWirtschaft (dfv Mediengruppe) zum ersten Mal das E-Commerce-Business der Bekleidungsindustrie untersucht und Markenhersteller nach ihren Digital-Strategien gefragt. Die Studie beleuchtet den Status quo des Digitalisierungsgrades und deckt Potenziale und Herausforderungen auf.

Basis der TW-Studie ist eine personalisierte Online-Befragung von 105 Führungskräften der Bekleidungsindustrie, die in ihren Unternehmen für E-Commerce mitverantwortlich sind. Feldzeit war April und Mai 2022.

Relevanz der verschiedenen Vertriebskanäle
Die überwiegende Mehrheit der Studienteilnehmenden (90 %) betreibt einen eigenen Online-Shop. 66 Prozent geben an, dass dieser auch ihr wichtigster Absatzkanal ist. Damit liegt der eigene Online-Shop vor Wholesale-Modellen, also dem Vertrieb über Online Pure Player wie Amazon und Zalando (22 %), E-Concessions auf Plattformen (16 %), dem Verkauf über Webshops von Multilabel-Händlern (16 %) und Social Media (2 %).
Im Schnitt generieren Markenhersteller 12 Prozent ihrer Umsätze im eigenem Online-Shop. Fast alle Befragten (91 %) wollen diesen Vertriebsweg weiter ausbauen.

D2C: Viel Kontrolle bei risikoreicher Finanzierung
Ein wichtiger Vorteil von dem direkten Vertrieb an Endkunden (D2C) ist die volle Kontrolle über die eigene Marke. Das sagen 91 Prozent der Studienteilnehmenden. Zudem liefert die Schnittstelle zu Kunden wertvolle Informationen über deren Bedürfnisse und Vorlieben.
Ein großer Nachteil im D2C-Business ist laut 38 Prozent der Befragten die Finanzierung. D2C-Brands müssen alles selbst vorfinanzieren und darauf hoffen, dass es Einzelkunden abnehmen. Dennoch glauben 95 Prozent, dass ein direkter Kundenzugang immer wichtiger wird. Nur wer diesen hat, kann ihn monetarisieren und alternative Einkommensströme generieren.

Herausforderungen und Potenziale im E-Commerce
Zu den großen Herausforderungen des E-Commerce zählen der Aufbau der Logistik für den Vertrieb über die eigene Website (55 %) sowie die steigenden Kosten bei der Neukunden-Akquise (68 %). Ein weiteres großes Hindernis bei der Weiterentwicklung der E-Commerce-Aktivitäten ist für die Hälfte der befragten Entscheider (51 %) der Mangel an Fachkräften und Experten.

Einer der Trends im E-Commerce ist Nachhaltigkeit: 93 Prozent der Befragten nehmen das Thema laut eigener Aussage sehr ernst und arbeiten stets an neuen Möglichkeiten, um beispielsweise Plastik zu reduzieren und Retouren zu vermeiden.

Potenzial steckt auch in neuen Technologien wie Virtual Fitting, also der virtuellen Anprobe von Kleidung mit Hilfe von Augmented Reality. 55 Prozent der Befragten sind interessiert, solche technischen Lösungen zu testen und einzusetzen, doch nur 10 Prozent tun dies bereits. 18 Prozent nutzen KI für ihr Customer-Relationship-Management. Mit dieser können bereits vor dem ersten persönlichen Kontakt Kundeninformationen ausgelesen und zugeordnet werden, sodass Marketingmaßnahmen zielgerichteter eingesetzt werden können.

Alle Ergebnisse und eine ausführliche Analyse der TW-Studie „E-Commerce im Fashion-Business 2022“ finden sich auf der Website der TextilWirtschaft.

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