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15. April 1998

Frauen in Deutschland von Altersarmut bedroht

Eine "absurde Schieflage" stellt die Fachzeitschrift Lebensmittel Zeitung Spezial (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main) in ihrer aktuellen Ausgabe fest: Daß Frauen in Deutschland ärmer sind als Männer, wird von der deutschen Gesetzgebung und Gesellschaft weiterhin verstärkt. Ein Grund, warum der Ruhestand vieler Frauen zur tristen Realität wird. "Vielleicht sollten werbungtreibende Unternehmen, auf der Suche nach betagten aber solventen Konsumenten, ihre Anstrengungen gleich auf männliche Rentner konzentrieren", so das nachdenklich stimmende Resümee der Fachzeitschrift.

Die Analyse zeigt eine Reihe von Faktoren, die Frauen in die Altersarmut führen. Am härtesten trifft es die Frauen in Ostdeutschland, die nach der Wende ihre Arbeit und damit die Möglichkeit verloren, ihre Altersbezüge zu vermehren. So wie ganztägig berufstätige Mütter im sozialen Gefüge Deutschlands nicht vorgesehen sind, wurde zudem der Status der Alleinerziehenden zur Existenzbedrohung. Ehefrauen werden hingegen durch das Steuerrecht ("Ehegatten-Splitting") benachteiligt, indem sie in der Regel die überwiegende Steuerlast tragen. Das auf diese Weise zum Zubrot degradierte Einkommen treibe wiederum viele Frauen in 620-Mark-Jobs ohne soziale Absicherung. "Eine Teufelsspirale, aus der nur grundlegende gesetzliche Veränderungen führen können", so die Fachzeitschrift. Über die Hälfte aller Sozialhilfebezüge gehen derzeit an Frauen, Tendenz steigend, belegt vom Statistischen Bundesamt. Die Folgen für die soziale Absicherung des Ruhestands liegen auf der Hand: Wer schon in seiner Jugend kaum genug zum Leben hat, kann auch für sein Alter nicht vorbauen.

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