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7. Oktober 2020

afz-Interview mit DFV-Präsident Herbert Dohrmann: Handwerk braucht Ausnahmen

dfv Mediengruppe
„Der undifferenzierte Blick auf die Fleischwirtschaft ist ein großes Ärgernis.“ Das beklagt erneut der Deutsche Fleischer-Verband (DFV). In einem Exklusiv-Interview mit der Branchenzeitschrift afz – allgemeine fleischer zeitung (dfv Mediengruppe) im Vorfeld der DFV- Mitgliederversammlung in Fulda macht DFV-Präsident Herbert Dohrmann deutlich, dass das Fleischerhandwerk nicht weiter mit den „Großen“ der Branche – sprich der Schlacht- und Zerlege Industrie – in einen Topf geworfen werden will.

Schließlich hätten die oft inhabergeführten, fleischerhandwerklichen Betriebe mit Werkverträgen und mangelhaften Unterkünften für ihre Beschäftigten nichts zu tun. Das finde inzwischen auch Eingang in die Köpfe, beobachtet der Bremer Fleischermeister: „ Die starke Verankerung in der Region – sowohl beim Einkauf als auch in der Arbeitswelt – die familiären Strukturen, auch bei größeren Handwerksunternehmen, das wurde durch die Debatten auf breiter Front wahrgenommen.“

Diese Differenzierung rechtfertige nun durchaus eine Ausnahme von dem verschärften Arbeitsschutzkontrollgesetz, das im Januar 2021 in Kraft treten soll und derzeit in den politischen Gremien beraten wird. Noch wird um eine faire Abgrenzung zwischen Handwerk und Industrie gerungen: Die Trennung anhand der Mitarbeiterzahl befindet der DFV als „nicht sachgerecht genug“. In einer Anhörung im Deutschen Bundestag am Montag dieser Woche regte der Präsident an, den Eintrag in der Handwerksrolle als Abgrenzungskriterium einzusetzen. Mit dem neuen Gesetz würden für die Fleischer-Fachgeschäfte weitere bürokratische Hürden aufgebaut, etwa die Pflicht zur elektronischen Zeiterfassung für die Mitarbeiter.

Die erste Coronawelle und den Lockdown im Frühjahr hat das Fleischerhandwerk gut überstanden. „Wir haben stark davon profitiert, dass es uns gelungen ist, dass das Fleischerhandwerk der kritischen Infrastruktur zugerechnet wird“, sagte Dohrmann der afz. „Dadurch haben wir unsere Geschäfte weiter öffnen können, was die Kunden dankbar angenommen haben.“ Und noch eine Beobachtung macht der DFV-Präsident: „Das Fleischerhandwerk hat auf breiter Front sehr deutlich an Reputation gewonnen: in der öffentlichen Diskussion, bei den politischen Entscheidungsträgern und natürlich auch bei den Kunden, die häufiger und mehr bei uns einkaufen.“

Das vollständige Interview gibt es zum Nachlesen auf www.fleischwirtschaft.de.
Kontakt
dfv Mediengruppe
Manuela Töpfer
Senior Referentin Unternehmenskommunikation
Telefon 069 7595-2052
presse@dfv.de
http://www.dfv.de
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