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7. Mai 2020

HORIZONT-Rangliste: Die 150 größten deutschen Fachzeitschriften

HORIZONT
Die B-to-B-Medien haben mit dem Medienwandel zu kämpfen. Zum dritten Mal in Folge registrieren die 150 größten deutschen Fachmedien sinkende Werbeeinnahmen. 2019 erreichten sie laut dem exklusiv vom Fachmagazin HORIZONT (dfv Mediengruppe) erhobenen Ranking einen Bruttowerbeumsatz von 574 Millionen Euro, fast 5 Prozent weniger als 2018. Die dfv Mediengruppe erzielt mit fünf Titeln in den Top 15 rund ein Fünftel des Werbeumsatzes der Top 150.

Dabei bereiten sich die deutschen Fachverlage auf noch strengere Zeiten vor. Die Folgen der Corona-Pandemie treffen besonders die Unternehmen, die einen hohen Anteil ihres Umsatzes mit Werbung und Events erwirtschaften. Zudem geht die digitale Transformation weiter, wovon bereits die Anzeigenbilanz 2019 zeugt. Aus der Rangliste der werbeumsatzstärksten Fachmedien, die HORIZONT erneut exklusiv erhoben hat, ergibt sich für die Top 150 ein Gesamtbetrag von rund 574 Millionen Euro für 2019 und somit ein Rückgang von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Basis ist der gemeldete Brutto-Werbeumsatz, also ohne Berücksichtigung von Rabatten, Mittlerprovisionen und Gegengeschäften. Die Daten stammen überwiegend direkt aus den befragten Verlagen, die restlichen Zahlen werden aus Marktanalysen, durch Hochrechnungen und Schätzungen ermittelt.

Die Reihenfolge an der Spitze hat sich nicht verändert: Das Deutsche Ärzteblatt aus dem Deutschen Ärzteverlag (DAV) führt mit Werbeerlösen von knapp 38 Millionen Euro vor der Lebensmittel Zeitung (LZ), die 36,1 Millionen Euro meldet und dadurch den Rückstand auf die Nummer 1 gegenüber dem Vorjahr etwas reduzieren konnte. Der Abstand zwischen dem Führungsduo und den nächsten Verfolgern ist deutlich: Die Ränge 3 und 4 nehmen TextilWirtschaft (15,7 Millionen Euro) und HORIZONT (14,9 Millionen Euro) ein, die ebenso wie die LZ zur dfv Mediengruppe gehören. Bis Platz 14 ist der dfv mit zwei weiteren und somit fünf Fachzeitschriften vertreten.

Erstmals unter den Top 5 taucht Vogels MM Maschinenmarkt auf, der mit plus 4,2 Prozent auf 12,5 Millionen Euro gleich drei Titel überholt hat. MM zählt zu den wenigen Titeln, die im Anzeigengeschäft zulegen konnten. Unter den ersten 50 Fachmedien verdienten nur elf mehr als 2018. Prozentual zweistellig wuchsen "PTA heute" aus dem Deutschen Apotheker Verlag (plus 11,8 Prozent) auf Rang 24 und der IDG-Titel Channel Partner (plus 36 Prozent) auf Platz 45.

Die Zurückhaltung der Anzeigenkunden im B-to-B macht sich auch darin bemerkbar, dass 2019 nur noch acht Titel einen Bruttowerbeumsatz in zweistelliger Millionenhöhe erzielten. Zwei Jahre zuvor waren es noch elf. „Umso mehr sind neue Ideen und Themen gefragt, um die Vermarktung von Print anzukurbeln“, wie Thomas Claßen bestätigt. „Wir haben zum Beispiel mit der DAB Karriere eine Beilage entwickelt, die den enormen Bedarf an Employer Branding sowohl von Unternehmen als auch institutionellen Arbeitgebern bedient“, sagt der Verlagsleiter des Deutschen Architektenblatts (Rang 51).

Treiber des Geschäfts sind zudem die digitalen Ableger. So haben sich etwa die Werbeerlöse der Online-Ausgaben der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ) und PTA heute „im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt“, wie Verleger Christian Rotta mitteilt. Einnahmen aus E-Learnings und crossmedialen Digital-/Print-Projekten für Firmen kommen hinzu. „Unsere Maxime eines seriösen Qualitätsjournalismus hat sich bewährt“, folgert Rotta.

Mit einem Anteil von 39 Prozent erwirtschaftet die DAV Mediengruppe inzwischen einen Großteil ihres Umsatzes mit digitalen Angeboten. Mittelständler wie der VKU Verlag, der die ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft (Platz 89) herausgibt, machen ebenfalls gute Erfahrungen, indem sie Print- und Digitalvermarktung verschmelzen. Das ist an sich nichts Neues, aber „wir sehen, dass unsere Kunden die Kombination noch stärker nutzen“, sagt Carsten Wagner. Zudem, ergänzt der Geschäftsführer, „wächst das Digitalgeschäft nach der Einführung unseres Morning Briefings sehr stark“.

Sönke Reimers, neben Peter Esser Sprecher der Geschäftsführung der dfv Mediengruppe, ist überzeugt, dass „die technologische Entwicklung den Fachjournalismus weiterhin stark beeinflussen wird“. Reimers berichtet, dass 2019 „unsere Audio- und Bewegtbild-Formate stark an Bedeutung gewonnen haben“. Was nicht weniger heißt als: Vom gedruckten Magazin über Podcast bis zur Webkonferenz – erfolgreiche Fachmedien spielen immer stärker über Multichannel.

Das komplette Ranking der 150 größten deutschen Fachmedien gibt es in HORIZONT 19/2020, erschienen am 7. Mai 2020.
Kontakt
dfv Mediengruppe
Manuela Töpfer
Unternehmenskommunikation
Telefon 069 7595-2052
presse@dfv.de
http://www.dfv.de
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